Foto mit Blick in den Krater und auf den Vulkan Sinabung

Berastagi am Vulkan Sibayak

Von Medan nach Berastagi

 

Im Flugzeug nach Medan habe ich Anspruch auf einen halben Sitz, da meine Nebensitzerin gut im Futter steht. Da wir beide keinerlei körperlichen Kontaktschwierigkeiten haben, war der Flug recht witzig.

Nach der Ankunft steige ich allen aufdringlichen Taxifahrern zum
Trotz in einen Bus ein. Gute Entscheidung! Erstens abartig billig (30000 Rupien = 2 Euro für ne Strecke von ca. 90 Km) und zweitens
spannend. Ich verstehe kein Wort, weiss nicht wo aussteigen und als ob das nicht genug ist, wird mir spätestens nach den ersten gefahrenen Kurven klar dass der Fahrer ein Profi in seinem Fach ist! Kein so ein jämmerlicher Anfänger wie der Kerl aus Jakarta. Der Nervenkitzel bei der Landung eines Flugzeugs ist mit einem der unzähligen Überholmanövern in einer uneinischtigen Kurve zu vergleichen.

Ein junger Indonesier erkennt meine Sorgen (vermutlich an den Schweißperlen auf der Stirn und meinen Händen die sich krampfhaft an den Vordersitz klammern), beruhigt mich mit einem „very good driver“ und fährt den restlichen Weg mit mir nach Berastagi, wo vor 2 Tagen der Vulkan Sinabung ausgebrochen ist.


Berastagi

 

Hier gefällt es mir. Auf 1300 Metern gelegen ist das Klima kühler als
im Tal. Die Straßen sind gesäumt von Ständen an denen so ziemlich alles verkauft wird. Mein Hauptinteresse gebührt den vielen Essensständen. Ich habe leider keine Ahnung um was es sich bei den wohlriechenden Gerichten handelt, drum pfeife ich mir vermutlich erst mal nen Hund mit Beilagen rein. Noch schnell ein Bier an der Ecke und zurück zu meinem Homestay „Wisma Sibayak“ (60000 Rupiah pro Nacht = ca. 4 Euro)geführt von einer reizenden Oma.

Morgen steht eine Vulkanbesteigung an. Der Sibayak wird von mir erklommen – ob das ne gute Idee ist?! Wir werden sehen…


Besteigung des Gunung Sibayak

 

Von Berastagi aus kann man ohne Guide an einem Tag bis zum Krater des Vulkans und wieder zurück hiken. Wer sich die Kräfte sparen will, kann sich auch mit einem Kama Minibus für 4000 Rp. an den Fuss des Vulkans fahren lassen. Nach einer ca. dreistündigen Wanderung entlang eines gut begehbaren Weges, sind wir (drei Kanadier die ich tags zuvor kennengelernt habe) am Vulkantrichter angekommen. In dem Krater sind Liebesbotschaften mit aneinandergereihten Steinen geschrieben.

Unwirklich, wie eine Mondlandschaft wirkt die Kraterumgebung auf mich. Der Geruch von Schwefel liegt in der Luft. Der Blick, zum vor wenigen
Tagen ausgebrochenen Gunung Sinabung, ist atemberaubend. Noch immer steigen Rauchschwaden von ihm auf.

Beim Abstieg kann man zwischen 3 Möglichkeiten wählen:

  1. Den gleichen weg zurück (langweilig!)
  2. Steil bergab durch Dschungel ähnliches Terrain auf einem Pfad der sich nicht verzweigt (für Abenteurer).
  3. Den Weg durch den Dschungel wobei man immer wieder die Wahl hat links oder rechts zu laufen. Mit Glück kommt man wieder aus dem Regenwald raus ansonsten…   Einige haben sich verirrt und wurden nicht mehr gesehen. Darum diesen Weg bitte nur mit Guide!

Wir haben uns für Nummer 2 Entschieden. Nach ca. 2 Stunden kräftezehrendem Abstieg, wartet die Belohnung für die Anstrengung in Form von heissen Quellen und einem eiskalten Bintang auf uns 🙂

Heisse Quelle

Berastagi ist bekannt für seinen Markt mit dem vielen frischen Gemüse und Obst welches hier in den Hochebenen angebaut wird. Die Menschen sind äußerst freundlich und interessiert. Wenn man sich nur ein paar Brocken ihrer Sprache aneignet und z.B. das Mittagessen nicht Englisch sondern auf Indonesisch versucht zu bestellen, erntet man viele erstaunte Blicke und freundliches Gelächter.

Morgen mach ich mich auf den Weg nach Ketambe. Jungletrekking und so.

Selamat Malam!

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