Die Philippinen – von Haien, Kätzchen und einsamen Stränden

Hallo ihr Lieben, wie geht es euch? Ich hoffe doch zumindest blendend!

Marie und ich befinden uns seit fünf Wochen auf den Philippinen. Was in den ersten Wochen so alles passiert ist, möchte ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Rückblick

Neuseeland war landschaftlich eine Wucht. Diese Eindrücke werden wir nie vergessen. Was die Kultur und Menschen anbelangt haben wir uns wie in Europa gefühlt. Kein Wunder leben hier doch zum grössten Teil Neuseeländer mit europäischer Abstammung.
Unseren Campervan „Carry“ haben wir in Auckland an ein reizendes Pärchen aus Deutschland verkauft.
Danach verliessen wir Neuseeland auf dem Luftweg nach Manila, Philippinen.


Die Vorfreude auf das quirlige, chaotische, pulsierende Leben in dem Land der 7600 Inseln war riesig.

Geschichte / Politik der Philippinen

Im Jahre 1521 entdeckt Ferdinand Magellan die Insel Macatan und wird zur Begrüssung erstochen.
Es folgt eine 330 jährige Kolonisation durch die Spanier. Die Auswirkungen sind auch heute noch durch die spanischen Gerichte, Namen und Religion vorhanden. Das Christentum ist hier mit 85 % Katholiken und 10 % Protestanten weit verbreitet. Jedes noch so kleine und arme Dorf hat eine oder mehrere Kirche/n, auf jedem Tricycle (Motorrad mit Beiwagen) ist ein Spruch aus der Bibel aufgebracht und dann gibt es noch Bräuche wie diesen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdecken die Amerikaner dieses schöne Land und reissen es sich ungefähr 50 Jahre unter den Nagel. Dies geschieht nicht ohne Gegenwehr, weshalb ca. eine Million Philippinos (20 % der damaligen Bevölkerung) im Krieg umkommen.
Was heutzutage geblieben ist, sind die teils hervorragenden Englischkenntnisse vieler Einheimischer, sowie die Jeepneys (Militärjeeps), welche nun als Transportmittel genutzt werden.

Erst nach dem 2. Weltkrieg und einer weiteren Million Gefallenen werden die Philippinen in die Unabhängigkeit entlassen.
Die folgenden Jahrzehnte politischer Führung bestachen durch Korruption, Menschenrechtsverletzungen und vielen weiteren Schandtaten.
Heute ist Rodrigo Duterte an der Macht. Eines seiner Hauptanliegen ist die Zerschlagung der Drogenkriminalität. Für Vergehen wird gewöhnlich mit dem Leben bezahlt.

Die Küche

Die philippinische Küche zählt nicht zu den berühmtesten im asiatischen Grossraum. Der Philippino isst gern fettig und liebt Fast Food. Als Vegetarier hat man es schwer etwas Nahrhaftes zu finden. Wie ein Freund von uns sagt, gibts eben täglich „Reis mit Sch….“.
Was allerdings die Mangos anbelangt, findet man keine vergleichbaren weltweit. Das Fruchtfleisch zerfliesst wie Honig auf der Zunge.

 

Weitere Leckerbissen:

  • frische Erdnüsse
  • Meeresfrüchte jeglicher Art
  • Balut: Ein angebrütetes und gekochtes Hühner- oder Entenei, bei dem der Embryo bereits Ähnlichkeit mit einem Küken hat.
  • Mango Float ist mein liebstes Dessert

Manila

Bei unserer Ankunft in Manila werden wir von Klaus, einem Freund aus Deutschland und seiner liebreizenden Partnerin Mary, am Flughafen abgeholt. Während der Fahrt quer durch die Stadt erhalten wir wertvolle Tipps und Infos, die uns in den kommenden Wochen noch von Nutzen sein werden.
Manila besteht im Grunde aus mehreren Städten, die zu einem riesen Moloch (Metro Manila) verschmolzen sind. Eine Einwohnerzahl zu nennen ist unmöglich da die Dunkelziffer, nicht gemeldeter Einwohner schwindelerregend ist. Somit liegt die Bevölkerung irgendwo zwischen 18 und 26 Millionen Seelen.

Beim Blick aus dem Auto, vorbei an Luxusvierteln und daran angrenzenden Slums sehen wir den harten Kontrast zwischen reich und arm. Im Stau einer vierspurigen Hauptstrasse voll mit Abgase, lautem Gehupe und gestressten Menschen, läuft ein ca. 4 jähriges Kind bei 35 Grad an den Autos vorbei und versucht etwas zu verkaufen. Die Fenster der klimatisierten Autos bleiben allermeist geschlossen.

Unser Gastgeber lebt mittlerweile seit zwei Jahren in Manila und eines davon im Stau. Seinen Fahrstil hat er den hiesigen Gepflogenheiten längst angepasst. Hupen, drängeln, Kreuzungen überqueren, bei denen jeder Europäer von vornherein kapitulieren würde – kein Problem für Klaus.
Wir verbringen zwei spannende Tage mit den beiden (danke euch Lieben!) und machen uns dann früh am Morgen mit Bus und Banka (Auslegerboot) auf den Weg nach Sabang zum Tauchen.

Sabang

In Sabang angekommen, braucht es nicht lange, bis uns auffällt, das sich hier neben einer stattlichen Anzahl an Bars und Kneipen auch aussergewöhnlich viele attraktive philippinische Damen tummeln. Wir checken in Capt`n Gregg`s ein und studieren die „speziellen“ Verhaltensregeln.

Ah ja, verstehe!

Neben den angesagten Tauchspots scheint Sabang auch eine Hochburg der käuflichen Liebe zu sein.

Die Tauchgänge mit Dave unserem Divemaster sind toll, wenn auch die Sichtweite an diesen Tagen sehr bescheiden ist.

 

Die Nächte in Sabang sind lang, Alkohol fliesst in rauen Mengen, es wird getanzt, gefeiert, gesungen und geflirtet. Bevor es wilder wird, ziehen wir beide uns zurück in unser Appartement.

Des Nachts wache ich zweimal am Geschrei mehrerer Kätzchen – oder waren es Tiger – auf. Das Gebrüll von Löwen beendet irgendwann das Reigen.

Apo Riff

Unter Tauchern ist dieses 34 Quadratkilometer und damit zweit grösste Riff der Welt sehr bekannt. Seit 1996 ist es ein geschützter Naturpark und zählt seit 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Mit Gustavs Place bei dem Städtchen Sablayan finden wir eine wunderschöne Bungalowanlage direkt am kilometerlangen, einsamen Sandstrand. Wir spannen ein paar Tage bei ihm, seiner Frau und den vielen lieben Menschen die hier arbeiten aus.

 

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Kaum hat man es sich nach dem Frühstück in der Hängematte bequem gemacht, ist auch schon wieder Abendessenszeit. Die Mahlzeiten sind ausnahmslos köstlich und mit viel Liebe zubereitet.

Dann gehts kurz nach Sonnenaufgang los zum Apo Riff. Wir (6 Taucher + 1 Guide, 2 Köche, Bootscaptain und Helfer) machen uns auf die 2-stündige Überfahrt mit einer Banka. Mitten auf dem Meer begleiten uns für ein paar Minuten einige Delfine und ich bin mir nicht sicher, wer mehr Freude an dem Treffen hatte.

Der Ausflug umfasst 6 Tauchgänge, Vollverpflegung und eine Übernachtung im Zelt auf Apo Island. Kostenpunkt 12.650 Peso.

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Das Tauchen in dem Naturschutzgebiet macht so richtig Spass. Eine Vielzahl an Schwarzspitzen Riffhaien, Muränen, Mantas und Schildkröten lässt unsere Herzen schneller und höher schlagen. Falls du einmal in der Nähe bist, ist ein Besuch des Riffes Pflicht!

In dieser Nacht wird mir noch eine besondere Ehre zuteil. Sobald der Mond hell genug leuchtet, darf ich 178 Babyschildkröten, die in einem Eimer gesammelt wurden, auf ihren Weg ins Meer entlassen. Die kleinen Racker folgen dem Mondlicht und erreichen so, einer nach dem anderen, ihr zu Hause.

 

 

 

 

Nach einer Woche in Gustavs Place sind wir tiefenentspannt. Wehmütig verabschieden wir uns und reisen weiter …

 

… nach Coron

Übrigens: Auf den Philippinen ist das von A nach B kommen sehr einfach. Zu jeglicher Tageszeit fahren Busse, Fähren, Mopeds und dergleichen. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick und einem Lächeln auf den Lippen kann man den ohnehin schon höher angesetzten Touristenpreis anpassen.

Als wir morgens in San Jose am Ticketschalter der Schnellfähre nach Coron stehen begrüsst uns ein DIN A 4 Blatt mit der Aufschrift „No ferry today“. Na toll denken wir, freuen uns aber schon im nächsten Augenblick als der Tricycle Fahrer vorschlägt uns zum Terminal der Bankas zu bringen. Von hier setzt täglich ein grosses Auslegerschiff nach Coron über. Die Fahrt dauert zwar deutlich länger, kostet dafür jedoch weniger.

 

Anfangs ist die See angenehm ruhig. Um so weiter wir mit der hölzernen Banka aber ins offene Meer tuckern werden die Wellen kraftvoller. Sie brechen am Bug, spritzen literweise Gischt in unsere Gesichter sowie ins Innere des Bootes.

Mir wird langsam mulmig zumute. Die mitreisenden zwei französischen Mädels sind mittlerweile stumm, bleichhäutig und den Tränen nahe. Ob ihrs glaubt oder nicht, Marie schläft schon wieder. Der einzige Grund weshalb ich noch nicht mit einer Rettungsweste von Bord gesprungen bin, ist das beruhigende und sicherlich auch belustigte Lachen der Einheimischen. Nach sechs Stunden erreichen wir unbeschädigt und adrenalingeladen den Hafen von Coron.

Beim Einchecken im Hostel stellt uns die Dame hinterm Tresen die Frage, wie wir denn hergekommen seien, da für heute doch ein generelles Bootsfahrverbot aufgrund akuter Taifungefahr erlassen wurde.

 

 

2 Kommentare zu “Die Philippinen – von Haien, Kätzchen und einsamen Stränden

  1. Karlheinz Stadelmaier

    Hallo Mary, Hi Boris 🙂

    Wow bin wie immer begeistert, von deinem Reise Bericht. Du schreibst so lebendig und beim lesen ist man fast schon mit dabei. Ich bin wirklich beeindruckt was ihr da erlebt auf euerer Reise und werde langsam neidisch.
    Ich wünsche euch weiter hin viel Spaß und unvergessliche Abenteuer 🙂
    Liebe Grüße
    Karlheinz

  2. Danke Karl-Heinz, wir freuen uns jedesmal von dir zu lesen!! 💐

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