How to: Autokauf in Neuseeland

Wer das wunderschöne Neuseeland bereisen möchte, hat die Wahl öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, per Anhalter durch das Land zu stoppen, radeln, laufen oder sich ein Auto/Van zu mieten oder zu kaufen.

Für jede Wahl findet man Vor- und Nachteile. Wir haben uns für den Autokauf entschieden. Was ihr beachten solltet wenn ihr euch auf die Suche nach einem fahrbaren Untergrund begebt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Grundsätzliches:

Ab einem Aufenthalt von 2 Monaten lohnt es sich unserer Meinung nach ein Auto zu kaufen.
Wir haben 3 Tage in Auckland verbracht bis wir den passenden Van für uns gefunden haben. Für die bevorstehenden 10.000 km lassen wir noch neue Reifen montieren und benötigen einen weiteren Tag für die Besorgung aller nötigen Utensilien wie Tisch, Stühle und Gaskocher. Der Verkauf wird wohl auch noch ein paar Tage in Anspruch nehmen.

Diesen Zeitaufwand hat man nicht, wenn man sich für das Mieten eines Wagens entscheidet.
Monatlich zahlt man für einen grösseren Kombi wie den Toyota Estima, ausgestattet mit Campingartikel, ca. 1500 Euro. Vans wie den Toyota Hiace gibt es meist deutlich teurer zu haben. Die Autos sind im Normalfall Vollkaskoversichert und bereit zum Losfahren.

Self-contained (mit Toilette, fliessend Wasser und Abwasser) oder nicht?

Self-contained Fahrzeuge müssen geprüft und von offizieller Stelle mit einem schicken Aufkleber an Rück- und Vorderseite versehen werden. Mit ihnen findet man leichter sogenannte Freedom Stellplätze. Aber auch ohne gibt es eine Vielzahl an kostengünstigen und kostenlosen Plätzen an denen man die Nächte verbringen kann. Finden könnt ihr diese mit Apps (siehe unten).
Fahrzeuge mit dem Aufkleber sind meist deutlich teurer in der Anschaffung.

Autocheck:

Der neuseeländische ADAC nennt sich AA und bietet für 169 $ einen umfangreichen Check vor dem Kauf eines Fahrzeuges an. Ein seriöser Verkäufer sollte diesem Check bedingungslos zustimmen, ansonsten Finger weg!

Falls man sich die 169 $ sparen möchte, sollte das Auto vor dem Kauf auf folgendes geprüft werden:

Hat das Fahrzeug einen gültigen WoF („Warranty of Fitness“ entspricht unserem TÜV)?
Alter und Kilometeranzahl des Autos – um so mehr, desto eher kommen Reparaturen auf einen zu.
Ist der Motorraum trocken oder läuft Öl bzw. andere Flüssigkeiten aus?
Springt das Auto ohne Schwierigkeiten an?
Macht es seltsame Geräusche?
Reagiert die Lenkung direkt oder schwammig?
Funktioniert das Schalten und Kuppeln problemlos?

Hier werden Fahrzeuge angeboten:

  • Facebook:
    In diversen Facebook Gruppen werden massig Backpackerautos vorwiegend in Auckland und Christchurch angeboten. Neben völlig fertigen Autos der 15 Backpackergeneration findet man hier auch richtig gute und gepflegte Reisemobile.
  • Automärkte:
    Wochenendes finden an diesen Orten in Auckland Automärkte statt, bei denen Reisende ihre Gebrauchten loswerden oder aber kaufen können:
    Samstag: City Car Fair in der 155 Fanshawe Street.
    Sonntag: Ellerslie Car Fair auf dem Ellerslie Racecourse.

Neben Privatpersonen sind bei diesen Märkten auch viele Händler anzutreffen.  Die anwesenden Mechaniker können für einen Vorabcheck des Wunschautos engagiert werden. Hierbei sollte man allerdings bedenken das die Mechaniker, wie wir erfahren haben, mit den Händlern zusammenarbeiten…

  • Händler:
    Händler gibt es in Auckland viele und nahezu alle sind unserer Erfahrung nach aufs schnelle Geld aus. So werden alte Fahrzeuge mit teils über 400.000 km mit einer rudimentären Campingausrüstung versehen und zu überteuerten Preisen an die unwissenden Touristen verkauft. Oftmals ist ein Motorschaden oder andere kostspielige Reparaturen die Folge.
    Übrigens: nahezu jeder Händler beschäftigt zeitweise einen oder mehrere junge Reisende, die für jeden Schrottkarren den sie an den Mann bringen eine Provision kassieren.
  • Trademe (Ebay):
    Ebay heisst in Neuseeland Trademe und ist eine gute Plattform um an gepflegte Autos von Einheimischen zu kommen. Viele Reisende kaufen hier einen günstigen Kombi, montieren die Rücksitze aus und schustern sich mit ein paar Holzbalken ein Bett zusammen. Die Campingausstattung bekommt man dann bei Warehouse, der Anbieter für alles!
  • Ausschreibungen in Hostels:
    Bei einem Blick auf das schwarze Brett der Hostels finden sich immer wieder tolle Angebote.

Formelles:

Warranty of Fitness (WoF):
Jedes Auto benötigt eine aktuelle WOF. Diese kann man bei vielen Autowerkstätten machen lassen. Fahrzeuge vor dem Baujahr 2000 müssen dieses jedes halbe Jahr erneuern. Alle anderen jährlich. Ein Aufkleber auf der Windschutzscheibe bestätigt eine gültige WOF.

Zulassung (rego):

Ein Auto welches im Strassenverkehr bewegt wird braucht eine Zulassung. Diese kannst du dir auf einem Postamt unter Angabe deines Nummernschildes erneuern. Kosten: 10–15 Dollar pro Monat. Diese Zulassung beinhaltet eine Versicherung im Falle eines gegnerischen Personenschadens.
Dieselfahrzeuge müssen ausserdem eine Strassennutzungsgebühr zahlen (Road User Charge). Das hat zur Folge, dass die Ersparnisse durch den günstigen Dieselkraftstoff wieder an Vater Staat gehen.

License Check:

Bevor du deinen Gebrauchten kaufst ist es ratsam auf der Internetseite motorweb.co.nz zu prüfen ob der Vorbesitzer noch offene Rechnungen bzw. Strafen zu begleichen hat. Diese werden nämlich mit dem Nummernschild hinterlegt und beim Kauf automatisch übernommen.

Pannenhilfe:
Der AA bietet für 149 $ pro Halbjahr eine Landesweite umfassende Pannenhilfe an. Für ADAC Mitglieder ist sie umsonst, muss aber natürlich beantragt werden.

Versicherung:
In Neuseeland ist es keine Pflicht sein Fahrzeug zu versichern. Wir haben schon so manche Fahrer kennengelernt, die sich das Geld für eine Versicherung sparen und das auch noch clever finden…
Die knapp 20 Dollar pro Monat sollte in eine sogenannte Third Party Insurance investiert werden (z.b. von AA) denn im schlimmsten Fall ist man danach hoch verschuldet.

Ansonsten:

Tolle Apps um Stellplätze, öffentliche Duschen, Attraktionen zu finden sind:
WikiCamps, Rankers und Travelmate

Das so typisch deutsche Sicherheitsbedürfniss, wird beim Autokauf in Neuseeland stark beansprucht. Um das perfekte Auto für wenig Geld und gutem Wiederverkaufswert zu finden, können die wertvollen Tage in dem Land zum Graus werden. Ein Risiko ist immer dabei.

Für uns war es deshalb der beste Kompromiss, ein geringes Risiko mit einem günstigen und kleinen Van einzugehen.

Das hier ist unser Schmuckstück 😍

Zuletzt:

Fahrt vorsichtig!

Wir haben mittlerweile soviel Berichte von Unfällen mit Backpackern gehört und gelesen, das uns beinah schlecht wird. An den Linksverkehr muss man sich gewöhnen. Besser geht das mit geringem Tempo und einem Beifahrer der einen immer wieder daran erinnert links zu fahren.

 

Haerenga pai – Gute Reise!

 

1 Kommentar zu “How to: Autokauf in Neuseeland

  1. Pingback: Highlights der Nordinsel Neuseelands - On-a-Trip

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.