Jekaterinburg – wie unter Freunden

Ankunft in Jekaterinburg

Am frühen Morgen, noch bevor die ersten Cafés der Stadt öffnen, kommen wir am Bahnhof in Jekaterinburg an. Eine Millionenstadt mitten in Russland und doch direkt an der geographischen Grenze zwischen Europa und Asien. Ein Blick in den wolkenlosen Himmel lässt uns auf den ersten warmen Tag seit Beginn unserer Reise hoffen.
Die einzige U-Bahn Linie verbindet den nördlichen mit dem südlichen Teil der Stadt. Für 30 Rubel (50 Cent) pro Fahrt steigen wir in der Station „Uralskaja“ ein und bei „Dinamo“ aus.

Nach wenigen Minuten Fussweg durchqueren wir einen kleinen Park und laufen entlang des Flusses Isset in Richtung Stadtzentrum. Der Blick, auf die sich auf der Wasseroberfläche spiegelnde Skyline, lässt uns einige Minuten verharren.

Beim weiteren Durchstreifen der Gegend kommen wir an vielen Grünflächen, Bars und einladenden Cafés vorbei. Auf uns versprüht die Stadt von Anfang an einen zuckersüßen Charme, dem wir voraussichtlich erliegen werden.
Als dann um 8 Uhr das Kaffeehaus unserer Wahl öffnet, freuen wir uns auf Frühstück und leckere Heissgetränke. Die Tatsache das trotz des Namens „Traveller`s Coffee“ keine der Bedienungen Englisch spricht, verwundert uns mittlerweile nicht mehr.

Bevor wir uns zur Mittagszeit mit Dmitry, einem Couchsurfer treffen, verbringen wir ein paar Stunden im naheliegenden Dendrological Park. Während Marie auf einer Bank döst, jage ich mit meiner Kamera bewaffnet, mehreren vorwitzigen Eichhörnchen nach.

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Mit Dmitry auf Stadtführung 

Dmitry arbeitet mit Computern. Er sollte unserer Meinung nach Cityguide werden.
Von unserem Treffpunkt aus (ein Berliner Bär im Zentrum  – keine Ahnung was der hier sucht…) gehen wir in die Kunstausstellung eines bekannten russischen Fotografen. Im Anschluss läuft er, mit uns im Schlepptau, mehrere Kilometer durch Jekaterinburgs Strassen und zeigt Orte welche man als Tourist nur schwer findet. Auf Märkten bittet Dmitry die Händler uns etwas über ihre Produkte zu erzählen, während er übersetzt. Ohne anschliessende Kostprobe und bestätigendem Nicken kommt man nicht weiter.

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Als Dankeschön laden wir ihn auf eine äusserst schmackhafte Portion Pelmeni im gleichnamigen Restaurant ein. Unsere Tour endet, wie ich es mir nicht besser hätte vorstellen können, mit einem Besuch des hier wohl angesagtesten Craftbeershops namens „Jawsspot“.

Craftbeer-Jekaterinburg
Craftbeershop

Rushana und Dima 

Am Abend treffen wir dann unseren eigentlichen Host für die nächsten Nächte – Dima. Seine Freundin Rushana und er begrüssen uns, wie gute Freunde es tun wenn sie sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Und irgendwie fühlt es sich auch so an.

Mit ihrem ansteckenden Lächeln und einer gehörigen Portion Lebensfreude geht es schnurstracks zur Yankee Bar wo wir uns mit Burger, einer Spielkonsole und ungezwungenen Gesprächen näher kennenlernen.

Mary und Rushana beim „Tekken“ spielen.

Das Highlight des folgenden Tages ist für uns beide in zweierlei Hinsicht eine Premiere. Das Ballett der Staatsoper Jekaterinburg zählt zu den besten und innovativsten Ballett-Ensembles in Russland und weltweit. Grund genug die Aufführung zu bestaunen, zumal am heutigen Tag die Erstaufführung des Stückes „Giselle“ stattfindet. Für etwas mehr als 10 € reservieren wir also Plätze mit hervorragender Sicht. Was wir geboten bekommen ist zweifelsohne mehr Wert.

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Während Marie und ich noch im Opernsaal sitzen, befinden sich Rushana und Dima indes im Supermarkt um uns einen typisch russischen Abend zu bereiten.
Später kochen und essen wir in ihrer Wohnung gemeinsam Blinis (russische Pfannkuchen), trinken ein – zwei Gläschen Wodka und spielen zur Verärgerung der Nachbarn die Balalaika.
Was Rushanas Katze Alex von den Stunden unserer Anwesenheit denkt, bleibt wohl sein Geheimnis…

Balaleika-vodka-blini
Russischer Abend mit Vodka, Blini und Balaleika

Barbecue am Landhaus

Es ist Samstag, Dmitry möchte uns nochmals sehen. Er lädt uns zum Barbecue in seinem Haus auf dem Land ein. Diese Einladung nehmen wir natürlich gerne an.

Bei der Taxifahrt zum Treffpunkt

Konstanz-Jekaterinburg
Stadtwerke Konstanz Bus

trauen wir unseren Augen nicht, als wenige Meter neben uns, ein roter Linienbus mit der Aufschrift „Stadtwerke Konstanz“ (unser letzter Wohnort) vorbei rollt. 🤔

 

Dmitry holt uns am Rande der Stadt ab. Nach einer einstündigen Fahrt werden wir von seiner Frau und deren beiden Kindern freudig empfangen.
Jetzt heisst es erst mal Holz hacken, frische Johannisbeerblätter pflücken (für den Rauchgeschmack im Smoker) und den Fisch auflegen. Bei einer Runde Jenga vertreiben wir uns die Zeit bis das Fleisch der Grünlinge schier von den Gräten fällt.
Toll solche Einblicke machen zu dürfen, vielen Dank hierfür!

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Abschied & Abfahrt

Bevor wir am Sonntagmorgen die weite Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn antreten geniessen wir beim Frühstück noch etwas Zeit mit Rushana und Dima. Die beiden sind schlichtweg bezaubernd. Sollte jemand von euch Lesern einmal in die wirklich sehenswerte Stadt Jekaterinburg kommen, dann haltet Ausschau nach dieser hübschen griechisch aussehenden Russin und ihrem rothaarigen Freund.
„Die Zeit mit euch war kostbar!“

Russian-Breakfast
Russisches Frühstück

Gerade noch rechtzeitig steigen wir in die Transsib und verräumen unser Gepäck für die nächsten 54 Stunden. Mit dem unbeschreiblichen Duft des vollbesetzten Wagons in der Nase, setzt sich der Zug in Bewegung. Gleichmässig rattern die Schienenstösse, Menschen reden, schlafen, essen, Kinder spielen schreiend.

 

    Ich schaue derweil aus dem Fenster und freue mich hier zu sein.

Hier mit dir.

 

Grimasse Mary

1 Kommentar zu “Jekaterinburg – wie unter Freunden

  1. Ruth Pfenninger

    Lieber Boris
    Hier mit Dir: Deine Mary ist doch wirklich die Schönste weit und breit!
    Mit herzlichen Gedanken für Euch Zwei – auch von Rolf
    Ruth (Grimassenspezialistin)

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