Licht und Schatten über Nusa Lembongan

Zusammen mit der kleineren Insel Ceningan und der deutlich grösseren Penida gehört Nusa Lembongan zum Archipel der Sudainseln. Sie liegen südöstlich von Bali, ca. 12 Kilometer vom Festland entfernt.

Von Padangbai fliegen wir für 300.000 Rp. in 30 Minuten per Schnellboot zu der Insel, deren Bewohner ehemals von der Seegrasproduktion lebten.

Von der Bootsanlegestelle aus werden alle Passagiere zu ihren Unterkünften gefahren. Hierbei bietet sich dem Inselbesucher eine Vorschau auf das, was auf ihn während den nächsten Tagen zukommt.
Massentourismus, Hinduismus und Müllproblematismus (gibt es das Wort überhaupt?).

Wir quartieren uns im Soka Homestay in der Mushroombay ein und schmieden Pläne für die nächsten Tage.

Auf unserer Wunschliste ganz oben steht:

Tauchen und Yoga

Bei der Vielzahl an Tauchschulen und Yogastudios fällt es nicht leicht sich für eines zu entscheiden.
Letzten Endes buchen Marie und ich je 8 Yogastunden bei Yogashack sowie 6 Tauchgänge beim Scuba Center Asia.

Hiermit hat sich das mit der schönsten Nebensache der Welt – dem Ausschlafen – auch erledigt. Entweder wir sind schon früh Morgens mit Asanas, Namaste und Co. beschäftigt oder auf dem Weg zu unseren stummen Freunden, den Fischen.

 

 

Die Unterwasserwelt,

ist Aufgrund der beiden Tauchspots Crystal Bay und Manta Point weltbekannt. Der letztere ist eine Putzstation für, wie es der Name schon sagt, Mantas. Und Nein, es dreht sich hierbei nicht um eine Autowaschanlage für Fahrzeuge von Opel mit einem Fuchsschwanz an der Antenne…
Bis zu 8 Stunden lassen sich die majestätischen Tiere von Putzerfischen pflegen, indem sie sich Parasiten von der Haut fressen lassen. Bei recht starkem Wellengang wird man als Taucher, mehrere Meter vor und zurückgetrieben, während die Mantarochen unbeirrt ihre Kreise um einen Felsen ziehen.

 

Der andere Tauchspot namens Crystal Bay ist bekannt für mögliche Mondfisch (Mola Mola) Sichtungen.

Diese als schwerste Knochenfischart bekannte Lebewesen werden bis zu 3,30 Meter lang, 2,3 Tonnen schwer und erreichen eine Spannweite von bis zu 4 Meter.
Während meines Tauchganges blicke ich immer wieder in das offene Meer hinaus, um mit viel Glück einen Mola Mola zu sehen. Doch leider vergebens.

Ich beobachte eine Riesenschildkröte beim Fressen, Nemo Familien wie sie in ihren Anemonen tanzen und geniesse das bunte Treiben unter Wasser.

Kurz vor Ende meines Tauchganges ist es dann doch noch soweit. Ein Mondfisch Prachtstück schwimmt aus der dunklen Tiefe des Meeres hinauf zur Wasseroberfläche. Er scheint viel grösser als die erreichbaren Grössenmasse es erlauben.

Ein Moment, in dem für mich wenige Sekunden lang die Zeit still steht.

Erkundungstour

Mit einem Moped unterm Hintern und Helm auf dem Kopf erkunden wir die 8 Quadratkilometer kleine Insel.
Alle paar Meter begegnet man hinduistischen Bräuchen und kleinen oder grösseren Haustempeln. Vor jedem Häuschen liegen Opfergaben in Form von Obst, Blumenschalen, Räucherwerk, aber auch Geld, Zigaretten und Süssigkeiten. Damit bringen die Bewohner ihre Ehrerweisung den Göttern gegenüber zum Ausdruck.

Im Gespräch mit Einheimischen erfahren wir darüber hinaus weiteres über ihre Religion. In den Tempeln sind die gereinigten Seelen ihrer Ahnen ansässig. Von aussen sind manche zugänglich, was dreiste Touristen mitunter dazu verleitet einzutreten und sich umzuschauen. Nicht selten betreten diese dann auch noch die Treppen, welche ausschliesslich für die Geister vorgesehen sind. Szenen wie diese seien für die heimischen Familien mit das schlimmste was der Tourismus mit sich bringt.

Was uns am erschreckendsten scheint,

ist der Müll. Die Strassen sind gesäumt von Plastikflaschen, Tüten und Verpackungen jeglicher Art.

Hinterlassenschaften der ca. 1700 Touristen die täglich die Insel besuchen. Kolonnen von Chinesen belagern von morgens 9  bis Nachmittags 16 Uhr das ehemalige Paradies. Nicht nur sie werfen ihren Müll auf den Boden und scheren sich einen feuchten Kehricht darum was damit geschieht. Die Einheimischen tun es ihnen gleich, da sie völlig überfordert und unaufgeklärt sind.

Eine organisierte Müllabfuhr gibt es hier nicht, geschweige denn eine Recyclingstation. Der Müll wird auf einer Deponie im Nordosten der Insel gesammelt und nach und nach verbrannt.
Die Insel ist massiv überfordert mit dem, was der schnell wachsende Tourismus mit sich bringt.

 

Was tun?

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich näher auf das Thema eingehen und meine Gedanken zu nachhaltigem Reisen beschreiben.

 

Hier noch ein paar Tipps für euren Urlaub auf Nusa Lembongan:

 

To-do:

  • Mit dem Moped Lembongan und Ceningan umrunden. Von Insel zu Insel kommst du über die hübsche Yellow Bridge, die nur für Zweiräder und Fussgänger passierbar ist. Besonders die kleinere der beiden Inseln bietet fantastische Aussichtspunkte und wunderschöne Cafés z.B. dieses hier.
  • Unser Lieblingsstrand ist der Dream Beach im Südwesten Lembongans. Weisser Sand und Wellen erwarten dich hier.
  • Im Jungut Batu Theatre Abendessen und anschliessend einen Film for free auf Grossbildleinwand schauen.
  • In der Mikey Sportsbar zusammen mit Neuseeländern oder Aussies Fussball bzw. Rugby schauen. Am besten mit einem eiskalten Bintang in der Linken und einem Burger in der Rechten.
  • Den Sonnenuntergang am Devils Tear, einer Felsformation an der die Wellen Meterhoch zerbersten, bewundern.

Essen:

  • Im Bali Eco Deli gibt es das leckerste Essen. Das Granola Müsli zum Frühstück ist himmlisch – alles Ökologisch und nachhaltig.
  • Der Black Wood Coffee Shop serviert qualitativ gute und liebevoll garnierte Mahlzeiten. Hier den überteuerten und viel zu kleinen Schokokuchen probieren!
  • Das Soka Warung welches unserem Gastgeber gehört, bietet äusserst günstiges aber sehr schmackhaftes lokales Essen.

Unterkunft:

  • Das Bali Eco Deli im Norden der Insel – nachhaltig und tolle Lage.
  • Das Soka Homestay – günstig und sauber, überaus freundliche Gastgeberfamilie.
  • Eine tolle Anlage bei fairem Preis bietet die Tauchschule Bigfishdiving.

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2 Kommentare zu “Licht und Schatten über Nusa Lembongan

  1. Gut geschrieben und unterhaltsam wie immer.👍

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