Moschee Kasan

Unter Beobachtung in Kasan

Info

Kasan ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan. Mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern gehört sie zu den grösseren Städten Russlands. Vorschusslorbeeren gibt es für Kasan reichlich, wird sie doch als Perle der Architektur bezeichnet. Es finden sich neben prunkvollen islamischen und christlichen Gebetshäusern eine Vielzahl weiterer religiöser Gebäude. Die Kul-Scharif-Moschee ist indes die grösste Europas.

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Bauman Street

Wir verbringen lediglich einen Tag im Zentrum dieser wirklich ansehnlichen Stadt, da uns ein Couchsurfing Gastgeber in Jekaterinburg erwartet.
Beim umherstreifen auf der bekanntesten Flaniermeile, der Bauman Street, kann man viele Stunden damit verbringen das bunte Treiben zu beobachten. Man findet neben hübschen Cafes und Einkaufsläden auch Sehenswürdigkeiten und Strassenkünstler.

Ausserdem fällt einem sofort die sehr hohe Polizeipräsenz auf. Alle 100 m stehen mehrere Gesetzeshüter und überwachen die Passanten auf Schritt und Tritt. Sicherheit durch Überwachung – wohl fühle ich mich dadurch jedenfalls nicht.

Die Sache mit den Matroschkas

An jeder Ecke kann man Souvenirs kaufen. Marie ist schon immer ein Fan der wohl bekannteste aller russischer Andenken. Und wenn man schon hier ist dann überlegt man sich natürlich auch eine originale Matroschka mitzunehmen.

Der überaus günstige Preis sowie die asiatischen Gesichtszüge der Holzpuppen lassen uns allerdings stutzen. Nach einer Recherche finden wir heraus, dass die echten, handgemachten Matroschkas nur noch sehr selten und nur zu einem, dem hohen Aufwand angemessenen Preis, zu finden sind. Die nachgemachten werden als Massenware in China hergestellt und für Schleuderpreise an den (unwissenden) Touristen gebracht.

Ein Hostel zum Bleiben

Wir sparen uns die ca. 3 € und checken im Hostel Kazanskoye Podvorye ein. Nach mehreren Tagen auf fremden Sofas freuen wir uns auf ein eigenes Zimmer. Für 30 € bekommen wir neben dem sehr sauberen Schlafzimmer und Bad auch einen Wäscheservice. Dieses Hostel ist mit viel Liebe zum Detail geführt. Nicht zuletzt aufgrund der tollen Mitarbeiter verdient es meiner Meinung nach das Prädikat herausragend!

Um Punkt 21 Uhr trifft man sich traditionell in der hauseigenen Bibliothek, wo es warme Milch und Kekse als Betthupferl gibt. In dieser Nacht schlafe ich himmlisch. Mein Traum gibt mir eine Vorschau auf die Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn in ein paar Tagen…

Nach dem Frühstück packen wir unsere frisch gewaschenen Klamotten zu Bob Marleys – Redemption Song in Dauerschleife

und machen uns anschliessend auf den Weg zum Bahnhof, wo um 14:10 Uhr unsere Bahn nach Jekaterinburg abfährt.

Im Visier der Polizei

Nachdem wir, wie an jedem russischen Bahnhof, die Sicherheitsschleuse passiert haben, nehmen uns drei Polizisten erst ins Visier und dann in die Zange. Mit ernster Miene werden wir aufgefordert die Ausweise vorzuzeigen. Zugegebenermassen sind wir ziemlich verunsichert. Nicht weil wir etwas verbrochen hätten, sondern aufgrund des sehr bestimmten Auftretens der um uns stehenden Herren.
Lange mustert einer der drei die Dokumente, dann reden sie untereinander. Als ich während der Unterhaltung das Wort „Germaniy“ herraushöre, bricht es aus mir heraus. Vor lauter Anspannung gebe ich ein „Oui, oui!“ von mir und ernte schallendes Gelächter. Die Stimmung ist mit einem Schlag freundlicher Natur. Nachdem wir die Ausweise wieder bekommen, zückt der Kontrolleur sein Smartphone, tippt darauf herum und zeigt uns mit dem typisch russischen Pokerface was der Google Übersetzer anzeigt…

„vy nashi gosti!“
„Sie sind unsere Gäste!“

3 Kommentare zu “Unter Beobachtung in Kasan

  1. Julia Seidlitz

    Liebe Marie, lieber Boris
    es ist toll euren Bildern und Erzählungen zu folgen, die ferne und ungewohnte Schönheiten zeigen und an eurem Reiseleben teil zu haben … Machts gut und feste Umarmung für Marie, die ich sehr vermisse… Herzliche Grüsse Julia

    • Danke Julia für deine Teilnahme. Die Umarmung ist angekommen und tut richtig gut!

      Marie & Bo

  2. Toller Bericht. Denke mal, macht Lust auf Kasan… Die russischen Matjo#schkas kommen u.a. aus Chochloma oder Gorodets, beides Oblast Nishnij Nowgorod. Wenn Ihr die Stadt anpeilen solltet, kommt einfach mal vorbei. Wohne hier seit 11. Jahren.

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