Tanz Yogyakarta

Yogyakarta – die Kulturstadt Javas

Der Kraton

 

In Yogyakarta ist Sultan Hamengku Buwono X der Chef und wird wie eine Gottheit verehrt. Da er gleichzeitig auch der Gouverneur dieser Stadt mit 3,5 Mio. Einwohnern ist, bestimmt er wo es lang geht.
In seinem Anwesen, dem Kraton beschäftigt er angeblich 1000 Soldaten und 2000 bedienstete. Da gibt es Tanzgruppen, Musikanten, Theater, Wachen und, und, und…

Die verschiedensten Aufführungen finden über die Woche verteilt zu festgelegten Zeiten statt. Donnerstags und sonntags führen Tänzer eine ungemein ästhetische Choreographie auf. Der Tanz ist nicht schnell, es gibt auch keine Höhepunkte oder Zwischeneinlagen. Jedoch sind die Bewegungen grazil und mit solch einer Genauigkeit ausgeführt das mir der Mund offen stehen bleibt.


In den Strassen Yogyakartas

 

Bunte Märkte, kulturelle Veranstaltungen und blühendes Handwerk sind hier allgegenwärtig. An allen Ecken findet man Holzschnitzereien, große und kleine Schmuckmanufakturen, Tuchweber und Puppenhersteller. Weltweit bekannt ist Jogja, wie es von den Einwohnern genannt wird, für seine Batik Malerei. Nun ist Batik nicht jedermanns Sache. Um ihre Produkte trotzdem an den Touristen zu bringen, hat die „Batikmafia“ ein System entwickelt um die Ahnungslosen in ihre Verkaufslager zu bringen.

Wenn man durch Yogyakartas Strassen läuft, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Becakfahrer angesprochen. Das Schema ist immer dasselbe:

1. Hello Mister! (beste Reaktion: ignorieren! Leider kann ich das nicht, weshalb der Mono-, zum Dialog wird.)
2. Where you from? ( Antwort: I´m from Germany)
3. Ohh german! (Was soviel heisst wie Ohh, viel Geld!)
4. Osil, Behnbaue, Swensteige (Bekannte deutsche Fußballer um das Gespräch aufzulockern)
5. Were you going?  (Bei einer nun folgenden Angabe der Wegstrecke länger als ein Fußballfeld oder gar Planlosigkeit, folgt 6.)
6. Ohhhh, long way! Looong way!!!  (Natürlich sitze ich kurz drauf in dem Gefährt, da ich nicht Nein sagen kann. Der Preis ist im Grunde festgelegt 15000 Rp für einen km. Die Fahrt ist auch ganz nett.)
7. Batik, batik?!  (Hier gibt es richtig gute Batik Maler und Unmengen an Verkaufsbuden. Die Becakfahrer bekommen eine Belohnung für jeden angeschleppten und ahnungslosen Kunden – wie mich).

Fazit: Becakfahrer sind auf gut deutsch, „arme Schweine“! In Yogyakarta tummeln sich ca. 20.000 von ihnen jeden Tag von früh morgens bis spät in die Nacht. Unter ihnen auch wirklich alte Opas. Die Räder sind zum Teil reif für den Schrottplatz, doch fehlt für ein neues meist das Geld. Der Konkurrenzkampf ist ungemein hart, zumal Mopeds und Taxis schneller und billiger sind. Mein Geld werde ich trotzdem immer wieder in die Herren, die mich mit purer Muskelkraft und ohne Abgase durch den aberwitzigen Verkehr der Städte tragen, investieren.

Bei einem Besuch der Puppenhersteller
(Schattenspiel) erfahre ich etwas über den religiösen und rituellen Hintergrund aus dem hier gelebten Animismus.  Eine Spirituelle Auffassung der Beseeltheit aller Natur-erscheinungen (Pflanzen, Tiere, Steine…).Wayang Yogyakarta

Wohlwissend was mich auf dem Birdmarket erwartet, fällt es mir alles andere als leicht ihn komplett abzulaufen. Tiere, eingepfercht in Käfige in die sie gar nicht gehören. Deren Augen, die Schreie, stereotype Bewegungen der Insassen und das Gelächter der hunderten von Wärtern drehen mir schier den Magen um.

0 Kommentare zu “Yogyakarta – die Kulturstadt Javas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: