Zurück am Tobasee

– Von manchen Orten kriegt man einfach nicht genug –

 

Der Tobasee auf Sumatra gehört definitiv zu meinen Wohlfühlplätzen.

Nach einer 14 stündigen Busfahrt von Dumai bis Parapat, vorbei an nicht enden wollenden Palmölplantagen, steigen wir in die bunte Personenfähre und schippern ans andere Ufer.
Kennt ihr das Gefühl, das sich einstellt, wenn man längere Zeit nicht zu Hause gewesen ist und dann bei der Rückkehr den Namen des Heimatdorfes auf dem Ortsschild liest? Dieses kribbeln im Bauch.

Mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen macht sich in mir Leichtigkeit breit, während ich mit Marie im Arm die Landschaft und das ruhige Tuckern des Aussenborders geniesse.

Infos über diesen grössten Vulkansee der Welt und meine erste Reise dorthin findest du hier.

Voll bepackt steigen wir an einem kleinen Steg vor unserem Guesthouse Laster Jony`s von Bord. Für mehrere Tage wohnen wir hier auf der Halbinsel Tuktuk in einem original Batakhaus.

Ein Avocadobaum im Garten mit unzähligen Früchten ist inklusive.

Vom Bett aus luftiger Höhe könnte ich  stundenlang die traumhafte Kulisse bewundern.

Tagesausflug um die Halbinsel Samosir

Abends lernen wir bei Bier und Gitarrenmusik Robin, einen jungen Schweizer kennen, der alleine durch Indonesien reist. Wir planen für den nächsten Tag einen Ausflug mit dem Moped um die Insel. Sportliches Vorhaben, wenn man bedenkt das 130 Kilometer und einige Orte auf uns warten, für die es sich lohnt den Motor abzustellen.

Wir stehen früh auf, stärken uns mit einem reichhaltigen Frühstück in Joe`s Restaurant und schwingen uns auf die Feuerstühle. Die Strasse ist grösstenteils in gutem Zustand und sollte ein zügiges vorankommen ermöglichen. Wir schleichen jedoch während der ersten Tageshälfte die Landstrasse entlang und halten an vielen schönen und interessanten Plätzen.

 

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Heisse Quellen

In der Hoffnung natürliche Heisswasserquellen vorzufinden, folgen wir einem Strassenschild mit der Aufschrift Natural Hotsprings“. Was wir vorfinden ist eine Vielzahl an rechteckigen Becken gefüllt mit heissem Thermalwasser. Also fragen wir die Einwohner wo die echten Quellen zu finden sind und besteigen ihren Hinweisen zufolge einen übel riechenden, felsigen Berg. Der Schwefelgeruch brennt uns in der Nase, wie die berüchtigten Winde einer meiner besten Freunde.

Nach schwerem Aufstieg schauen wir in die Öffnung, aus der eigentlich das kochende Nass sprudeln sollte und sehen – Plastikrohre mit denen die Becken im Tal stetig gefüllt werden.

 

Nach dieser Enttäuschung hätte ich dann doch lieber eine kalte Dusche

Im Hinterland

Während der weiteren Fahrt kommen wir vorbei an üppigen Reisfeldern und Reisterassen, Fruchtplantagen und Tierzuchtfarmen. Menschen halten kurz mit ihrer Arbeit inne und winken uns freudig zu, als wir an ihnen vorbeifahren. Wir rufen laut „Horas!“ und erhalten den Gruss zurück wie ein Echo. Die Strasse steigt im Südosten der Insel hinauf auf ca. 1400 Meter. Neben der Temperatur ändert sich auch die Vegetation. Wir fahren an kleinen Siedlungen und Nadelbäumwäldern vorbei und geniessen Aussichtspunkte von denen man direkt in den 87 Km langen und 27 Km breiten, mit Wasser gefüllten Krater blicken kann.

Danke Robin Vögele für dieses tolle Bild!

Die kurvenreiche Strecke zurück nach Tuktuk ist einfach wunderschön. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir drei die Unterkunft und fallen wenig später müde in unsere Betten.

Party und Christen

Wenn man wie wir an einem Wochenende auf Tuktuk ist, sollte eine Partynacht in Roy`s Pub nicht ausgelassen werden. Hier legt der Inhaber Roy noch selbst Hand an seine Gitarre und spielt zusammen mit seiner Band Rockmusik von Uriha Heep bis Kings of Leon.

Eine hübsche Batakfrau läuft auf mich zu und nimmt mir meine volle Bierflasche aus der Hand. Noch bevor ich überhaupt verstehe was vor sich geht, stellt sich die Dame das Diebesgut auf den Kopf und beginnt ihren Körper lasziv im Rhythmus der Musik zu bewegen. Ich selbst habe die Augen nur auf das Objekt meiner Begierde gerichtet und bin erleichtert, als sie mir die unversehrte Flasche mit einem Augenzwinkern zurück gibt.

Mitten auf der durch und durch islamischen Insel Sumatra fliesst Bier und Spirituosen in rauen Mengen. Andernorts undenkbar, hier in der Region der Batak erlaubt . So feiern Einheimische und Touristen gemeinsam, grölen die Refrains der Rockhymnen und tanzen ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.

Hier noch ein paar Tipps für deine Zeit am Tobasee:

 

To-do:

  • Innerhalb von einer Stunde kannst du die Halbinsel Tuktuk zu Fuss umrunden. Geniesse die laid-back Atmosphäre die dieses Eiland umgibt.
  • Schnapp dir ein Moped für 7 € am Tag und umrunde Samosir – es lohnt sich!
  • Schau dir bei der Rundfahrt die jahrhundertealten Opferstätten der Batak an.

 

Essen & Trinken:

  • Joe`s Restaurant: Der Namensgeber und seine Frau gehören dem Volk der Batak an und sind äusserst herzliche Menschen, sowie interessante Gesprächspartner. Das original Batak Barbecue am Abend muss vorbestellt werden. Geh sie besuchen, wenn du in der Nähe bist!
  • Jenny`s Restaurant: Den leckersten gegrillten Fisch findest du hier.
  • Roy`s Pub: Legendäre Nächte mit Livemusik!

 

Unterkünfte:

  • Laster Jony`s: Schlafen in einem originalen Batakhaus zum günstigen Preis. Die Inhaberfamilie ist sehr lustig und musikalisch.
  • Reggae Guest House: Sehr günstige Unterkünfte direkt am Tobasee.

 

 

2 Kommentare zu “Zurück am Tobasee

  1. Karlheinz Stadelmaier

    Liebe Mary, lieber Bo,

    Vielen Dank für den Reisebericht, wie immer super geschieben von dir 🙂
    ach noch was, was die Batakfrau betrifft? Das nächste mal wenn sich die gelegen bietet, bewege deine Hüften einfach mit,dann freut sich die Dorfschönheit bestimmt 🙂
    Liebe Grüße aus den schadigen Oberlangnau
    Karlheinz

    • Wenn ich so gut tanzen könnte wie du lieber Schwiegerpapa, dann hätte ich auch so reagiert 😉

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